Energie aus Kraft der Sonne: Die Hybrid-PV-Anlage auf den Gemarkungen Merchingen und Brotdorf besteht seit einem Jahr. Projektleiter Pascal Malburg zieht im Interview Bilanz.

Rund 7 Millionen speiste der Solarpark Merchingen/Brotdorf im ersten Jahr ins öffentliche Netz ein und trug zur regionalen Versorgung mit Sonnenenergie bei.

 

Herr Malburg, vor knapp einem Jahr wurde der Solarpark von den Stadtwerken Merzig in Betrieb genommen. Was hat sich als besonders spannend erwiesen?

Der Solarpark ist die erste Anlage dieser Art für die Stadtwerke Merzig. Er kombiniert klassische mit vertikaler Photovoltaik. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die unterschiedliche Ausrichtung der Module eine gleichmäßigere Stromproduktion über den Tagesverlauf ermöglichen kann – das ist ein wichtiger Beitrag für ein stabileres Energiesystem.


Es soll eine doppelte Nutzung von Landwirtschaft und Energie geben. Funktioniert das wirklich?

Ja, und genau das macht das Projekt besonders. Weniger als zehn Prozent der Agri-PV-Fläche sind überbaut. Rund 90 Prozent können weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden – auch mit Großmaschinen. Die Fläche unterhalb der konventionellen PV-Anlage wird als Weideland genutzt. Damit wird eine echte Doppelnutzung von Energieproduktion und Landwirtschaft in der Praxis umgesetzt.


Wie wird der Agri-PV-Bereich konkret landwirtschaftlich genutzt?

Zwischen den senkrecht aufgeständerten Modulen baut ein regionaler Landwirt unter anderem Weizen an. Die Anordnung der Module ermöglicht die Bearbeitung mit landwirtschaftlichen Maschinen und schafft zugleich veränderte Standortbedingungen wie leichten Schatten und Windschutz. So wird klassischer Ackerbau erfolgreich mit moderner Energieproduktion kombiniert.


Welche Auswirkungen hat der Solarpark auf Natur und Umwelt?

Neben der Energieerzeugung spielt die ökologische Aufwertung eine wichtige Rolle. Blühstreifen und alte Grasflächen fördern die Biodiversität und schaffen Lebensräume für Insekten. Zusätzlich weiden hier Schafe, wodurch die Fläche gepflegt wird: Die Tiere halten das Gras kurz, kommen gut mit den Bedingungen unter den Modulen zurecht und tragen zu einer nachhaltigen Flächenbewirtschaftung bei.


Welche Bedeutung haben regionale Partner für das Projekt?

Eine zentrale. Die Stadtwerke Merzig GmbH arbeitet bewusst mit Unternehmen aus der Region wie Meiser Solar, Solos, Next2Sun und Ökostrom Saar GmbH zusammen, mit denen bereits mehrere Projekte erfolgreich umgesetzt wurden. So bleibt ein Großteil der Wertschöpfung vor Ort – von Planung über Bau bis zur Umsetzung. Das stärkt die regionale Wirtschaft, sichert Know-how in der Region und zeigt, wie Energiewendeprojekte gezielt lokale Strukturen fördern können.