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Hinter den Kulissen der Energie-Vergleichsportale

Sie sparen uns Zeit und Geld. Pfeilschnell durchkämmen ihre leistungsfähigen Maschinen das unendliche „World Wide Web“. Immer auf der Suche nach dem besten Produkt und dem gnadenlos günstigsten Tarif. Die Rede ist von Energie-Vergleichsportalen und dem Licht, in dem sich die regelmäßig von unabhängigen Experten gekürten „Sehr gut“-Testsieger gern in aufwendig produzierten Werbespots präsentieren. Darin machen sie unser Leben leichter und geben uns – beide Daumen hoch – das gute Gefühl im Bauch, mit ein paar Klicks das beste und billigste Angebot überhaupt ergattert zu haben. Doch nicht selten folgt rasch der Kater, folgen einem klaren unverblendeten Blick hinter die Kulissen Ernüchterung und Zweifel an den vordergründig so selbstlosen und neutralen Empfehlungen.

 

Die Mechanik der Vergleichsportale

Energie-Vergleichsportale sind für besonders preissensible Menschen ein exzellentes Werkzeug zur Orientierung. Sie bieten einen guten Marktüberblick und erlauben Verbrauchern, ein Gefühl für Strom- und Gastarife, Leistungen und Anbieter sowie rudimentäre Zusammenhänge zu entwickeln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Kommerziellen Online-Vergleichsportalen gemein ist ihr Geschäftsmodell, das darauf fußt, dass sich Unternehmen in der Hoffnung auf betriebswirtschaftliche Vorteile freiwillig bei ihnen listen lassen. Dabei locken sie potenzielle Kandidaten mit Umsatzsteigerungen durch Masse, mit gigantischen Zugriffszahlen ihrer Nutzer, mit ihrer Reichweite und Omnipräsenz. Trotz alledem heißt das, dass ihre Ergebnisse mitnichten den Absolutheitsanspruch erheben können, alle Player am Markt paritätisch zu berücksichtigen.

Und wie es derzeit um ihre Neutralität und Unabhängigkeit bestellt ist, verdeutlicht die kürzlich beschlossene EnWG-Novelle, wonach Haushaltskunden und Kleinstunternehmen künftig Zugang zu mindestens einem unabhängigen und unentgeltlichen Vergleichsinstrument für Stromlieferungen haben müssen. Ferner werden Portale, die die hohen Anforderungen diesbezüglich erfüllen, von der BNetzA ein Vertrauenszeichen erhalten.

 

Wie sich Vergleichsportale finanzieren

Eins steht fest: Das Geschäft der Online-Vergleichsportale im Energiemarkt brummt. Seit der Liberalisierung der Strommärkte, von April 1998 an, jagt zumindest bei den Großen ein Rekordhoch das nächste. Davon zeugen allein die exklusiven Kampagnen ihres extrem cleveren Marketings. Exemplarisch die ausgedehnten TV-Werbeblöcke auf allen Kanälen und immer zur besten Sendezeit, die sich Normalsterbliche nie leisten könnten. Eben Primetime. Denn diese verschlingen Unsummen, die auch irgendwie wieder reinkommen müssen.

Die Portale sind alles andere als gemeinnützigen Einrichtungen. Und damit das Geld auch wieder eingenommen wird, stehen zwei Modelle zur Verfügung. Für jeden Abschluss, den ein gelistetes Unternehmen über das Portal erzielt – Modell 1 –, erhält der Betreiber eine Vermittlerprovision von um die 60 Euro (Quelle: Verivox). Je mehr und je häufiger Verbraucher ihre Anbieter über das Portal wechseln, desto besser fürs Geschäft. Demnach ist kein Betreiber daran interessiert, dass ein Kunde nach einem Wechsel 20 Jahre zufrieden bei ein und demselben Anbieter verbleibt. Daher sind eine gesunde Skepsis und instinktive Vorsicht immer ratsam. Denn aus Sicht der Betreiber ist ein unachtsamer, eher flatterhafter Kunde ein guter Kunde.

Modell 2 – Der Betreiber verkauft zusätzlich einen gewissen „Werbeplatz an der Sonne“, die sogenannte nullte Position. Dabei handelt es sich um äußerst begehrte bezahlte Werbeanzeigen, die an prominenten Stellen ganz oben und im Look-and-feel echter Testsieger platziert werden. Da die meisten Verbraucher online eben die Besten der Besten suchen und sich von solchen gekauften Werbeanzeigen nur zu leicht blenden lassen, müssen diese auch eindeutig und verbindlich als solche gekennzeichnet werden. In vielen Fällen gelingt das auch. Wenn nicht, das ist gesetzlich geregelt, verstößt der Betreiber gegen geltendes Recht.

 

Der Preisvergleich

Bei Preisvergleichen beispielsweise lohnt es sich, differenzierter hinzusehen und das oft strapazierte Kleingedruckte zu lesen. Was genau wird angezeigt? Worin liegt der Unterschied zwischen „Preisgarantie“ und „echter Preisgarantie“? Gilt der supergünstige Tarif für die volle Vertragslaufzeit oder nur für die ersten sechs Monate? Ist der Bonus hier eingerechnet oder nicht? Das gilt vor allem dann, wenn Kunden ihre bestehenden Verträge unter Kostenaspekten auf den Prüfstein stellen. Denn die üblichen Preisvergleiche stellen nicht den jeweils vergleichbaren (Sonder-)Tarif gegenüber, sondern regelmäßig die sogenannte Grundversorgung, die landläufig als die teuerste Tarif-Kategorie überhaupt gilt. Daher sind die vermeintlich signifikanten Ersparnisse, die suggeriert werden, in puncto Aussagekraft in der Regel lediglich geschönte Resultate klassischer Äpfel/Birnen-Vergleiche.

Ferner sind die Filter, mit deren Hilfe sich jede Suche individuell präzisieren lässt, z. B. „Tarif mit Sofortbonus“, „Tarif mit langfristigem Bonus“ oder „Tarif ohne Bonus“, so voreingestellt, dass für die Betreiber jeweils die höchsten Provisionen erzielt werden. Das heißt, die Werkseinstellung – und diese verwenden erfahrungsgemäß die meisten Nutzer – ist so gewählt, dass die Tarifangebote zuerst ausgespielt werden, die die höchsten Margen bringen.

 

„Zu arm, um billig zu kaufen“

Es gibt Verbraucher, die bei der Entscheidung für einen Stromtarif nur den Preis pro Kilowattstunde heranziehen. Das ist genaugenommen ähnlich durchdacht, wie bei einem Sonderangebot für eine Packung Bio-Milch 35 Cent einzusparen, dafür aber mit dem Auto auf dem Weg zu diesem einen Discounter hin und zurück für zwei Euro Benzin zu verbrauchen. Will sagen, die Kosten sind bei Tarifen sicherlich ein wesentlicher Aspekt, aber bei Weitem nicht der einzige. Wer billig kauft, zahlt, wie der Volksmund zurecht sagt, nicht selten zweimal.

Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Tarifen und Konditionen, Boni und Rabatten, Sonderkonditionen, Sonderboni und Sonderrabatten ist es zugegebenermaßen schwer, den Überblick zu behalten. Noch schwerer oft, sich nicht von den neongelben „Preisknüllern“ blenden und vom Wesentlichen ablenken zu lassen. Eine bewährte Anlaufstelle und nicht zuletzt intelligente Alternative zu Vergleichsportalen sind die Stadtwerke Merzig. Besonnen und erfahren, kompetent und lösungsorientiert. Nicht unbedingt immer bei den billigsten Anbietern ganz vorn mit dabei, aber eben auf den zweiten Blick in der Regel die kluge Wahl.

 

Anlaufstelle regionaler Stadtwerkepartner

Verbraucher genießen bei ihren regionalen Stadtwerke Merzig fast schon in Vergessenheit geratene Vorzüge, die sie besonders in hektischen Zeiten wieder neu zu schätzen lernen. Die Stadtwerke Merzig tun originär sehr viel für ihre Region und ihre Wertschöpfung. Hier werden Begriffe wie Fairness, Service und Seriosität, Flexibilität und Klimaschutz großgeschrieben. Kunden haben einen festen Ansprechpartner „aus Fleisch und Blut“, der sich Zeit nimmt, sich für sie persönlich verantwortlich fühlt und einfach verfügbar ist. Einen, der abwartet, bis der Kunde schildert, was er wirklich braucht, ihn erst dann umfassend berät und bei dem er jederzeit „auf eine gute Tasse Kaffee“ vorbeikommen kann. Dabei geht es weder um den „schnellen Abschluss“ noch um kurzfristige Verträge durch Lockangebote. Stadtwerkepartner entwickeln wettbewerbstaugliche Produkte sowie attraktive und faire Angebotspakete für individuelle Bedarfe. Im Vordergrund jedoch stehen langfristige partnerschaftliche Kundenbindungen und Transparenz.

Immer häufiger gehen daher Kunden, was in vielerlei Hinsicht zu empfehlen ist, mit einem konkreten Angebot eines der Vergleichsportale in ein Beratungsgespräch ihres Stadtwerkepartners. Ihr Ansprechpartner der Stadtwerke hat dabei die Möglichkeit, seinen Anspruch an Transparenz auch zu belegen, indem er Zusammenhänge erläutert und beratend auf mögliche Fallstricke oder u. U. versteckte Kosten oder Risiken hinweist. Nicht selten können dabei Angebote, die zu gut sind, um wahr zu sein, mit wenigen Argumenten nachvollziehbar entzaubert werden.

Wenn sich ein Kunde beispielsweise mit dem Gedanken trägt, in die E-Mobilität einzusteigen, sind es an erster Stelle die Stadtwerke Merzig, die in der Lage und auch willens sind, ihm die neue komplexe Thematik mit viel Geduld und einem ganzheitlichen Ansatz näherzubringen. Denn sie bieten Strom und Netz unter einem Dach. Am Ende ist der Interessent rundum informiert und kann in aller Ruhe die individuell für ihn richtigen Entscheidungen treffen. Ein Modell, dass insofern für Online-Vergleichsportale überhaupt nicht funktioniert, als diese schlicht während eines Beratungsgesprächs kein Geld verdienen. Das Einzige, was bei Online-Vergleichsportalen zählt und Zählbares bringt, ist neben Werbeeinnahmen der schnelle Abschluss, die vereinbarte Provision, die mit jedem Anbieterwechsel eines Kunden einhergeht.

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