Die Asiatische Hornisse setzt Honigbienen unter Druck. Mit gezielten Schutzmaßnahmen unterstützen die Stadtwerke Merzig ihre Bienenvölker und leisten einen Beitrag zum Artenschutz.
Auf den ersten Blick fällt sie kaum gefährlich auf. Etwas kleiner als unsere heimische Hornisse, dunkler Körper, gelbe Beinenden, ein orangefarbener Streifen am Hinterleib. Was unscheinbar wirkt, hat es in sich:
Die Asiatische Hornisse, ursprünglich aus Südostasien, breitet sich auch hierzulande immer weiter aus – und stellt vor allem Honigbienen vor eine große Herausforderung.
Denn ihr Jagdverhalten ist hochspezialisiert. Die Hornisse „steht“ regelrecht in der Luft vor dem Bienenstock und wartet auf ihre Beute. Kaum kehrt eine Biene vom Sammelflug zurück, schlägt sie zu und fängt sie direkt im Flug ab. Dieses Verhalten nennt sich „Hawking“. Es bedeutet für ein Bienenvolk vor allem eines: Dauerstress. Irgendwann trauen sich die Bienen kaum noch hinaus, die Nahrungssuche bricht ein, das ganze Volk gerät aus dem Gleichgewicht.
Für die Stadtwerke Merzig war schnell klar, dass man etwas für die lebenswichtigen Tierchen tun muss. Die eigenen Bienenvölker sind fester Bestandteil des Engagements für Umwelt- und Naturschutz. Hobbyimker und Mitarbeiter Dirk Wilbois und Wolfgang Jager haben spezielle Schutzgitter gebaut, die nun an den Bienenkästen angebracht werden.
"Die Hornissen lauern direkt vor dem Eingang. Wenn wir nichts tun, verlieren die Völker nach und nach ihre wichtigsten Arbeiterinnen“, erklärt Dirk Wilbois. „Mit den Schutzgittern nehmen wir den Hornissen genau diesen Angriffspunkt."
Die Konstruktion ist dabei durchdacht: Während die Honigbienen weiterhin problemlos ein- und ausfliegen können, wird es für die Hornissen deutlich schwieriger, sich vor dem Flugloch zu positionieren oder einzudringen. Genau dort, wo sie sonst ihre Beute machen, verlieren sie ihren Vorteil. Für die Bienenvölker bedeutet das spürbare Entlastung. Der Flugbetrieb normalisiert sich, die Sammelbienen können wieder ungestört ausfliegen – und das gesamte Volk gewinnt an Stabilität. Der Einsatz zeigt: Oft sind es gezielte, praktische Maßnahmen und das Engagement vor Ort, die den Unterschied machen.
Die spezielle Konstruktion des Schutzgitters haben die Stadtwerke-Mitarbeiter und Hobbyimker Dirk Wilbois und Wolfgang Jager selbst gebaut.
Damit leisten die Stadtwerke Merzig nicht nur einen Beitrag zum Schutz ihrer eigenen Bienenvölker, sondern auch für die Artenvielfalt in der Region.
Wusstest du schon?
5 Bienenfakten
- Bienen sind echte Leistungsträger der Natur. Für ein einziges Glas Honig fliegt ein Bienenvolk zusammengerechnet bis zu dreimal um die Erde.
- Eine einzelne Biene produziert in ihrem ganzen Leben nur etwa einen Teelöffel Honig – jeder Tropfen ist also echte Teamarbeit.
- Rund 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen – ohne Bienen würde es deutlich weniger Obst und Gemüse geben.
- In einem Bienenvolk herrscht klare Arbeitsteilung: Jede Biene hat je nach Alter unterschiedliche Aufgaben, vom Putzen bis zur Nahrungssuche.
- Bienen können kommunizieren: Mit dem sogenannten Schwänzeltanz zeigen sie ihren Artgenossen genau, wo es Futterquellen gibt – inklusive Entfernung und Richtung.
Asiatische Hornisse entdeckt?
Wer die Asiatische Hornisse entdeckt, kann diese melden unter www.velutina-saar.de